FrĂŒher war nicht alles besser. Jegliche Existenzen in den hinlĂ€nglich bekannten Universen sind schon seit Aeonen nur zufĂ€llige, fĂŒr ungewiss kurze Zeit einigermassen stabile Produkte unvorhersehbarer QuantensprĂŒnge in zum Zerreissen gespannten Raum-Zeit-Kontinuen, und damit quasi schon zu Ende bevor sie begonnen haben. Doch das fĂŒhlt sich fĂŒr ein egoman-schlichtes Gehirn, wie es den fiebernden Erdball zu Milliarden bewohnt und quĂ€lt, natĂŒrlich ganz anders an. Kaum hat sich das Jahresrad wieder zu drehen begonnen, treiben uns die apokalyptischen Nachrichten aus allen Himmelsrichtungen tiefste Sorgenfalten in die noch vom Weihnachtsbraten aufgepolsterten Stirnen – wie soll das bloss alles weitergehen? Gar nicht, zumindest nicht mehr lange gut, graben wir uns doch seit Jahrtausenden unser eigenes schwarzes Loch…
Was also tun? Sich willenlos in Selbstmitleid ertrĂ€nken? Nein, die einzige Lösung an einem nasskalten Winterabend Anfang Januar ist da ein Besuch eines der drei Konzerte der winterlichen Kurztour der phantastischen, morbid-dissonanten Klangzauberer von ALKALOID, natĂŒrlich bestenfalls schon des ersten Termins in Karlsruhe, „dieser wunderbaren Stadt der Musik“, wie Morean spĂ€ter feststellen soll. Und so warten bereits pĂŒnktlich vor dem heute-Journal diverse dunkel gekleidete Gestalten brav auf der frostignassen Strasse vor der „Stadtmitte“ auf Einlass, voller Hoffnung auf zumindest zeitweise mentale Erlösung von all dem Shit…