Schlagwort: Barockmusik

ALKALOID XL – Bach Out Of Bounds – live beim Bachfestival Dordrecht

Fragt man den ausgebildeten klassischen Komponisten, ehemaligen Flamenco-Gitarristen und Sänger von Bands wie NONEUCLID, DARK FORTRESS oder eben ALKALOID, Florian Magnus Maier – in Metalkreisen besser bekannt als Morean – wer der grösste Komponist der Musikgeschichte sei, sagt er mit Nachdruck „Bach!“. Er ist zudem, wie hier nachzulesen, auch der Meinung, der 1685 in Eisen(!)ach geborene Johann Sebastian sei der erste Tech Death-Komponist gewesen, was sich nicht nur an seiner Liebe zur Virtuosität, Komplexität und den „endlosen Reihen von Sechzehnteln“ zeige. Was liegt da also näher, als dass ein noch recht junges Bachfestival, das für Überraschungen, Kontraste und Genre-Crossover steht, seine Band ALKALOID einlädt, um einem aufgeschlossenen Klassik-Publikum (plus einiger europaweit angereister Die Hard-Fans) zu zeigen, wie zeitlos und genreüberschreitend der Barockkomponist tatsächlich ist…

Was dieser in seiner begrenzten Lebensspanne von fünfundsechzig Jahren an wegweisenden, hochklassigen, anspruchsvollen, bisher unerhörten und einzigartigen Werken tagtäglich verfasst hat, ist unvergleichlich (und im BWV, dem Bach-Werke-Verzeichnis, nachzulesen…), doch konnte er nicht einmal seine vielköpfige Familie damit ernähren…

FOLTERKAMMER – Weibermacht

WEIBERMACHT, was für ein phantastisches Wort! Stark, ungezähmt, eigensinnig, dominant, ja über-mächtig ist das Weib, so der Traum aller Feminist:innen – und als feuchter eben auch von Masochist:innen. Tatsächlich bezeichnet der Ausdruck jedoch ein kunst- und kulturhistorisch bedeutsames Sujet, nämlich die Darstellung von besonders mächtigen, starken und intelligenten Männern, die, der erotischen Anziehung von Frauen hilflos ausgeliefert, ihnen zum Opfer gefallen und dadurch zum lächerlichen Spielball der eigenen Triebe geworden sind. Schon aus der Bibel ist die Umkehr der gottgegebenen Weltordnung durch verführerische Frauen, die sich mit List und Tücke über ihre Männer erheben, überliefert, die Mär von der Torheit des weisen Aristoteles, der von Phyllis durch den Garten geritten wird verweist auf die klassische Antike, und im Mittelalter werden all diese Vorlagen nur zu gern wiederaufgegriffen und als mahnende Allegorien nicht nur in gotischen Kathedralen in Stein verewigt.
Denn Frauen sind nun einmal unberechenbar und gefährlich, mann muss ihnen die Schranken weisen, bevor sie Morgenluft wittern, doch ach, zu süß sind wiederum die Erniedrigung und Bestrafung durch sie, nicht wahr? Was wir heute BDSM nennen ist ein vielfältiges Spannungsfeld, das diese Thematik ausbreitet, das wie dafür geschaffen ist, von einer wirklich starken Femme Fatale in vielerlei Weise bespielt zu werden. Voilà, Auftritt Andromeda Anarchia! …